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AMD übt scharfe Kritik an Intels Wettbewerbspolitik |
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Power1111[R-S.com]
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AMD übt scharfe Kritik an Intels Wettbewerbspolitik |
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In einem Interview des französischen Magazin LExpansion.com nahm AMDs Marketing- und Vertriebsdirektor Henri Richard unter anderem Stellung zu den aktuellen Conroe-Benchmarks und der Entscheidung von Apple Prozessoren aus dem Hause Intel zu verbauen.
Richard geht weiterhin davon aus, dass AMD trotz der neuen Prozessorarchitektur von Intel den Marktanteil von derzeit 15% auf 30% verdoppeln wird. Die geplante leichte Überarbeitung (u. A. DDR2-Speicherunterstützung) der bisherigen Modelle soll die Konkurrenzfähigkeit zum Chipgiganten aus Santa Clara sicher stellen. Ein neues Design sei erst für das Jahr 2009 geplant.
Etwas ungehalten war der Marketingchef über die seit Tagen durch die Medien geisternden Benchmarks, bei denen der zukünftige Desktop-Prozessor von Intel mit Codenamen Conroe einen 20-prozentigen Leistungsvorteil gegenüber dem aktuellen Topmodell von AMD, dem Athlon 64 FX-60 erzielt. Einen Prototypen mit einem derzeit aktuellen Prozessor zu vergleichen, gibt keinerlei Aussage darüber wie sich die finalen Produkte in einigen Monaten dann in der Praxis miteinander messen werden. Derzeit können die Intel-Chips mit ihrem hohen Stromverbrauch nicht mit den AMD-Pendants mithalten und daran wird sich auch die nächsten 6 Monate nichts ändern.
Zum Thema Apple unterstellt Richard, dass Intel in Indien hunderte Entwickler beschäftigte um Mac OS X auf die x86er Architektur zu migrieren. Zudem soll Intel die Prozessoren für Dumping-Preise an Apple liefern, da sie sich angeblich in einem Abkommen verpflichtet haben Apple von derzeit drei auf 10% Marktanteil bei Desktop-Computern zu bringen. Dieses Vorgehen soll auch für Verstimmungen bei langjährigen Partnern von Intel wie Dell und HP gesorgt haben. Die Vorwürfe sind doch etwas heftig, so basiert Mac OS X technisch auf NeXTStep, welches bereits seit 1993 auf x86er-Prozessoren lief. Zudem lies Steve Jobs im Sommer 2005 auf der WWDC 2005 verkünden, dass man von jeder Mac OS X Version einen lauffähigen x86-Build erstellt hatte. Ansonsten wäre Apple auch nicht in der Lage gewesen bei Ankündigung des Wechsels ein lauffähiges Entwicklersystem bereit zu stellen. AMD hofft nun bei vernachlässigten Intel-Partnern einen Fuß in die Tür zu bekommen. Etwas gehässig ist zudem die Freude über gecrackte Mac OS X Versionen, die auf Allerwelts-PCs laufen - darunter eben auch Modelle mit AMD Prozessoren. Ob nun mit oder ohne dem Segen von Steve Jobs, Mac OS X auf AMD-Systemen sei nur eine Frage der Zeit, meinte der Marketingdirektor.
Zum Schluß gibt Henri Richard noch einige Details aus dem laufenden Verfahren wegen unlauteren Wettbewerbs gegen Intel bekannt. Intel habe demnach sogenannte Market-Development-Funds (MDF) aufgesetzt, aus denen u.a. Werbekosten von Computer-Herstellern bezahlt wurden, wenn sie sich im Gegenzug dazu verpflichteten nur Intel-Prozessoren zu verbauen. Teilweise wurden diese Summen auch direkt an die Einzelhändler ausgeschüttet, so dass Intel quasi ganze Regalflächen einkaufte. Dieses Konzept soll sich aber nicht wirklich ausgezahlt haben, im Retail-Markt hat AMD nach eigener Aussage in einigen Ländern inzwischen bis zu 80 Prozent Marktanteil, allein durch die Überlegenheit der eigenen Produkte.
Zusammenfassend kann man feststellen, dass AMD in den letzten Jahren deutlich selbstbewusster gegen den immer noch übermächtigen Konkurrenten Intel auftritt. Wie produktiv aber Klagen und Unterstellungen beim Erhöhen von Marktanteilen sind, wird sich zeigen müssen. Derzeit stehen die Desktop- und Server-Chips von AMD bei Leistung und vor allem beim Performance/Stromverbrauchs-Verhältnis deutlich besser da als die Äquivalente von Intel. In einigen Monaten könnte Intel aber mit der neuen Prozessorarchitektur das Gleiche gelingen wie vor einigen Jahren mit der sehr erfolgreichen Centrino-Plattform auf Basis des Pentium-Ms. AMD steht zudem von Zeit zu Zeit mit Lieferschwierigkeiten in den Schlagzeilen. Die Konzentration auf den Servermarkt birgt die Gefahr die etablierte Kundenbasis des Desktop-Segments zu vernachlässigen, was sich Intel bei technisch gleichen bzw. besseren Produkten durch größere Verfügbarkeit und aggressive Preispolitik leicht zu nutze machen kann.
Quelle: Hard Tecs 4U
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14.03.2006 20:18 |
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